Der Aufbau
So soll der fertige Ullimog mal aussehen:

Der Aufbau besteht aus einem Stahlrahmen,
der mit Aluminium beplankt wird. Geplant ist eine Styrodur-Isolierung. Als
Metallflugzeugbauer kenne ich mich ein wenig mit Faserverbundwerkstoffen
aus, habe mich aber bewusst für Aluminium entschieden. Das hat mehrere
Gründe, bringt aber auch einige Probleme mit sich.
Das Hauptproblem liegt bei Stahl-Alu. Aluminium hat einen höheren
Wärmeausdehnungskoeffizienten als Stahl. Jetzt kann man rumrechnen aber um
die Sache mal grob zu überschlagen gehe ich von einer maximalen Verbundlänge
von 5m bei einem Temperaturhub von 100 Grad aus. Da ist man mit dem
Unterschied der Längenausdehnung bereits im Millimeterbereich. Diese
Längendifferenz führt zu Materialspannungen, Verformung und unter Umstanden
sogar Bruch. Trotzdem bekommt man das in den Griff wenn man folgendes
beachtet: Die Verbundlänge möglichst klein halten (keinen 5m Stahlprügel an
ein 5m Blech nieten).
Also das Blech in möglichst kleinen Teilen (Ist immer ein Kompromiss)
aufnieten und Klebefugen vorsehen,
auch wegen der Kontaktkorrosion. Daher muss das Stahlgerüst unbedingt mit
Grundierung vorbehandelt werden. Da mir die Verzinkerei zu teuer war habe
ich die Hohlräume mit Flüssigzink ausgeschwenkt. Am besten wäre natürlich
die Bleche nur aufzukleben. Ich konnte mich jedoch nicht so richtig damit
anfreunden
(obwohl es Kleber gibt die das durchaus können) und habe mich zusätzlich für
Nieten entschieden. Natürlich darf man da keine
Gartenstuhl-Alugammel-Stahlstiftpopnieten verwenden. Auch wenn es teuer ist,
so richtig taugen nur hochfeste Voll-Va Zugnieten, die es leider nicht
dichtend gibt. Außerdem sind diese Dinger nur mit dem Druckluft-Setzer zu
ziehen. Kosten einiges, taugen aber auch. Leider konnte ich die nur am Rand
verwenden, wo sowieso noch Kantenleisten aufgeklebt werden. Bei den Nieten
auf den großen Flächen handelt es sich um solide Flugzeug-Senknieten, die
absolut dicht sind, jedoch mit dem pneumatischen Hammer und mit Kontereisen
geschlagen werden müssen. Nach dem Verbohren der Bleche sind diese unbedingt
wieder abnehmen und entgraten, da der Bohrspan, der Aluminium und Stahl
verbindet eine häufige Ursache für Kontaktkorrosion ist. Zusätzlich sind
alle Löcher mit Zinkchromat ausgepinselt worden. Ist zwar giftig und man
muss aufpassen, verhindert aber wirksam jede Korrosion. Eine weitere
wichtige Sache ist die Wahl der Alulegierung. Al99 taugt hier nichts. Es
muss ja nicht gleich Flugzeugaluminium sein aber es sollte sich gut
zerspanen lassen und Beständig sein. Ich habe AlMgSi genommen, die
Mehrinvestition zahlt sich aus. AlMg3 ist meiner Meinung nach noch
akzeptabel. Zum Abdichten und zusätzlichen verkleben ist Terostat MS 935 gut
geeignet.
Nicht zuletzt spricht ja auch einiges für diese Bauweise (natürlich nicht
alles):
» Stahl hat eine ausgezeichnete Bruchdehnung
(verbiegt sich lange bis es bricht)
» Bei kleinem Platzbedarf (Wandstärke) erreicht man
mit Stahl maximale Festigkeit und Steifigkeit
» Stahlkosten für meinen ganzen Rahmen unter €300,-
» Gesamtmaterialkosten für die leere Kabine mit
Boden unter €2000,- (und ich habe gutes 2mmm starkes Alu gekauft)
» Stahl lässt sich hervorragend schweißen
(Hochfestes Alu nicht und nur das hat eine höhere spez. Festigkeit)
» Ich bilde mir ein, dass die Konstruktion Vorteile
bei Unfällen hat
Ein Kollege hat sich mit seinem Unimog 404 überschlagen und der
Stahlkoffer war nur krumm und nicht zerbröselt.
» Gute Aluminiumlegierungen haben eine hohe spez.
Festigkeit (Hohe Festigkeit bei wenig Gewicht)
» Alu ist dauerhaft Korrosions- und UV-beständig
(zumindest die entsprechende Legierung)
» Man kann nicht mit Lötkolben und Taschenmesser
einbrechen
» Das Dach ist begehbar und belastbar (Riffelblech)
» Lackierung nicht unbedingt notwendig
» Verbindung zum Fahrzeug ist relativ einfach
» Riesenspaß beim Metallrumbasteln
Das sind die Abmessungen des Stahlrahmens. Da ich keine große Helling habe, baute ich einzelne Segmente aus denen später wie aus dem Baukasten der große Aufbau entsteht. Baut man gleiche Teile jeweils übereinander (Seitenteile, Decke-Boden, Front-Heck) denn bekommt man den Käfig auch gerade hin. Beim schweißen nach Schema ist es wichtig ebenfalls symmetrisch vorgehen sonst verzieht er sich falsch (Denn verziehen tut er sich in jedem Fall). Diagonalmesslatten beweisen wie krumm alles wird. Beim beplanken stellten wir aber fest, dass der Rahmen wirklich ordentlich geworden ist.

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Dieses Bild zeigt den Rahmen des Wohnaufbaus. Die 4 20er Schrauben in den Ecken sollten jede Art von Aufbau sicher befestigen. Auch die Versteifung der Ladefläche ist so garantiert. Der Grundrahmen des grundierten Stahlgerüstes besteht aus 40x40x2 Quadratrohr. Da das Teil einiges wiegt und der Platz zum Unterstellen des Unimog begrenzt ist, fuhren wir den Brocken von nun an immer mit herum. Hier erkennt man auch die Rostkrater, die beim Sandstrahlen übrig geblieben sind. Sieht irgendwie nach Schiff aus. |
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Die endgültigen Ausmaße sind erreicht. Die Gesamthöhe beträgt 3,25m. Die innere Rahmenhöhe ist auf meine Körpergröße (1,83m) zugeschnitten. Das hält den Schwerpunkt so niedrig wie möglich. Um noch durch das Tor zu passen muss fortan die Luft aus den Hinterreifen gelassen werden. Zum Glück hat der Mog ja seine eigene Luft. Dafür habe ich eine Werkzeugdruckluftkupplung an einen roten Anhängeranschluss gebaut. Geht deutlich besser als der windige Reifenfüllschlauch von der Bundeswehr. |
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Auf diesem Bild erkennt man die Bleche, die später mal die Siebdruckplatten für den Boden aufnehmen sollen. Geplant sind 6 Felder unten und eine große Deckplatte oben. Jedes Mal kommt 9mm Siebdruck zum Einsatz. Das Zeug ist zwar schwer, aber auch richtig stabil, wasserfest und gammelt erst nach Jahren. So erhält man eine Solide Sandwichkonstruktion (Mit Holzleisten dazwischen) an der auch später Möbel befestigt werden können. Leider bekommen wir so auch einige Kältebrücken. Eine andere Lösung ist uns aber nicht eingefallen. Also Kondenswasser aufwischen und Filzpantoffeln mitnehmen. Es gibt aber eine hochwirksame Abstellmaßnahme gegen alle Nachteile von Kältebrücken: Heizung ausbauen bzw. abschalten. |
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Die 9mm Platten bilden den Unterboden, der mit dem Stahlboden
verschraubt wird. Die Fugen werden mit Terostat-MS-Polymer abgedichtet. Die
angespaxten Holzleisten sind abgerichtet und behandelt. Sie sorgen für den
Verbund mit der durchgehenden Deckplatte, die Ebenfalls 9mm stark ist. Die
gesamte Unterseite haben wir dick mit Unterbodenschutz gestrichen
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Die Decke besteht aus Aluminiumriffelblech. Alle größeren Platten, ob Holz oder Alu habe ich schon in den benötigten Maßen bestellt. Die Genauigkeit der Zuschnitte ist verblüffend und verlässlich. Das Bild zeigt mich beim Verbohren der Deckenbleche mit dem Stahlrahmen. Dabei konnte ich die Blechbauwerkzeuge, die ich noch vom Flugzeugbau hatte, wunderbar einsetzen. Nach dem Verbohren die Bleche wieder abnehmen, alles entgraten und die Löcher mit Zinkchromat (Achtung giftig) auspinseln. Dann Terostat MS 935 dazwischen und vernieten.. |
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Wenn man mit so großen Werkstücken
hantiert, dann geht richtig was vorwärts. In dieser Bauphase um Weihnachten
2005 sah man immer deutlich den Fortschritt eines Bautages. Mit jedem Blech
wurde die Kiste innen dunkler. Das Hochwuchten der Bleche hatte ich mir
einfacher vorgestellt. Die Tafeln hatten zum Teil das Format 1500 x 2240 und
eine Stärke von 2mm. Einige Riffelbleche der Decke sogar die Stärke 4mm x
2,5mm (Die Warzen sind 4mm dick). So ein Moped ist wabbelig, scharfkantig
sperrig und sauschwer. Aber jedes Blech hatte irgendwann verloren und war
angeklebt und vernietet. Dazu konnte ich die Gesipa PH2 Druckluftsetzpistole
einsetzen, die ich zuvor supergünstig bei Ebay gewonnen hatte. Das Werkzeug
hatte einige Jahre Industrie hinter sich und wurde sicher immer am Schlauch
über den Werkstattboden gezogen. Aber das Teil ist nicht aus dem Baumarkt
und war nach Totalzerlegung, Reinigung und neuem Hydrauliköl wieder fit und
funktioniert seitdem einwandfrei. Ohne die Hilfe der PH2 hätte ich die Va-Popnieten mit einem 3mm Zugstift auch nicht setzen können. Selbst mit der
großen Zange ging das nur mit Würgen und gezerrten Fingersehnen. Und wie
sich das erst nach der 117. Niete angefühlt hätte. Nichts geht über
ordentliche Druckluftwerkzeuge. |
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So halb offen kommt irgendwie Bühnenstimmung auf. Es ging aber auf Sylvester 2005/2006 zu und wir wollten die Kiste noch im alten Jahr zu kriegen. Mir war Stehhöhe wichtig und deshalb ist das Ding innen 1,85m hoch. Da habe ich noch 2cm Luft. Die Länge richtet sich nach dem Überhang hinten und beträgt 3,85m, die Breite 2,24m. Fertig beplankt mit doppeltem Boden und ohne Fenster und Einrichtung wiegt das Teil jetzt 415kg. Ich hoffte, dass der Unimog mit der täglich größeren Beladung hinten etwas tiefer kommen würde. Dazu habe ich auch immer abends nachgemessen. Leider ohne Ergebnis. Es war als ob er mich auslacht. Sorgen bereitet mir jetzt nur noch der hohe Schwerpunkt der Ladung. Der Fahrtest hat aber gezeigt, dass der Mog gut damit klarkommt. |
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Jetzt sieht man schon was es mal werden soll; ein Eislaster. Es wirkt etwas wie das Lunar-Modul (die Mondlandefähre des Apollo-Space Programms) und erinnert überhaupt nicht an ein Wohnmobil. Mit den Proportionen sind wir zufrieden und trotz der vielen Arbeit froh alles selbst gebaut zu haben. So einen stabilen und günstigen Aufbau gibt es schließlich nicht zu kaufen. 2mm hochfestes Dural ist zwar stabil, jedoch nicht ganz so korrosionsbeständig. Bald werden wir sehen ob die Kiste wegblüht und weiß wird. Aber in den USA gibt es hervorragende, giftige und teure Polituren, die das wieder hinbekommen (Flugzeuggammelentferner). Also so bald wie möglich die Kantenleisten aufkleben, dann ist die Schachtel dicht. |
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Als Elektroingenieur bastele ich besonders gerne an mechanischen Spielereien rum und konstruiere gerne auf der Werkbank und im Schraubstock. So ist dann auch mein Projekt "Ufoheckklappe" entstanden. Da beim Unimog alles erst in 1m Höhe beginnt reicht keine Drahtgitterstufe Marke Gardasee und eine Hinstelltreppe wollte ich nicht. Wenn man die nachts beim Pinkeln vergisst wird es tief. Außerdem ist die Nutzung der Heckschräge als Eingangsbereich durchaus sinnvoll. Der Platzbedarf für den Eingang wird so nicht von dem wertvollen Volumen mit voller Stehhöhe gedeckt. Auch auf schmalen Strassen oder Einfahrten ist der Einstieg hinten besser. Die Vergangenheit im Flugzeugbau erfordert eben auch eine entsprechende Tür. |
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Leicht und stabil muss sie werden. Die Maße standen schnell fest und somit war auch klar, dass da einige große Kräfte auftreten werden. Die Klappe sollte schließlich ohne Bodenkontakt am Unimog einrasten. Seile fand ich extrem uncool und auch an den Verriegelungsmechanismus hatte ich Ansprüche. Die Tür wird auf jeden Fall mit einem Drehfallenschloss aus dem Fahrzeugbedarf zugehalten und geöffnet. Die Bedienung soll von außen etwa wie eine Autotür erfolgen. Im Inneren muss man das Teil auch verriegeln und aufmachen können. Die Lösung ist wie so oft aus der Luftfahrt, ein Push-Pull-Zug einer Trimmung mit Gelenkaugen. Über einen Drehhebel (selbstverständlich Kugel-gelagert mit doppelten Einnietkäfigen) lässt sich das Schloss bedienen. |
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Wie gesagt, keine Verhedderseile die dann ungespannt im Inneren rumbaumeln. Die Klappe rastet nur auf der rechten Seite in einen 12er Bolzen ein, der an den Stahlrahmen geschweißt wurde. Hier bestätigt sich die Bauweise. So eine Krafteinleitung in eine verklebte Sandwichverbundplatte aus GFK und Schaum ist schwierig (aber natürlich auch machbar). Die Geometrie hinzubekommen erforderte mehrere Versuche aus Pappe mit Scharnieren aus Reißzwecken. Da ich keine geeigneten Scharniere für die echte Tür finden konnte baute ich eben welche aus 10er Passbolzen. Der Treppenrahmen besteht über dem "Knick" aus Stahl. Treppe und Riffelblechstufe sowie der untere Teil sind aus Alu. |
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Die Bedienung der Tür von oben muss möglich sein. Das bedeutet ausfahren, einfahren, abschließen und entriegeln. Elektrisch ist das irgendwie dekadent und ich hatte auch keinen Bock wegen "Licht angelassen" im Käfig zu sitzen. Also alles mechanisch lösen, was sowieso am Meisten Spaß macht. Die Kräfte zum Einfahren der Treppe sind überraschend hoch. Ulli sollte in der Lage sein das hinzukriegen. Also wurden die Bedienkräfte auf Ulli-Newton angepasst und die Wege entsprechend verlängert. Später verschwindet der Hebel bis auf den Griff in der Wand und stört nicht weiter. |
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Der Kraftverlauf beim Bewegen der Treppe hat natürlich ein Maximum in der waagrechten Stellung. Die Gasfeder (unterer Zylinder) berücksichtigt dies und "verkniet" jeweils in den Randpositionen. Der Öldämpfer (Ich glaube der ist von einem Mofa) verhindert ein schnelles herausfallen der Tür. Da auch hier ordentliche Kräfte auftreten ist der untere Teil aus Stahl. Alles andere geht auch aus Aluminium. Die Schweißbarkeit spielte hier auch eine große Rolle bei der Materialauswahl. Der Hebelträger ist nur in den Siebdruckboden gespaxt. |
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Der Griff ist wohl von einem Skistock. Der kleine Verriegelungshebel oben ist wieder kugelgelagert. Nur so lässt sich das alles gut bewegen, da die Reibung im Zug fast stärker ist als die Rückstellfeder im Schloss. In der vorderen Stellung ist das Schloss zu und lässt sich auch von außen nicht mehr öffnen. Zum Öffnen der Tür und Ausfahren der Treppe muss man nur kurz an dem kleinen "Fahrradbremsgriff" ziehen uns alles geht von selbst. |
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Deshalb heißt das Teil auch Ufotür.
Sollte das mal einer nachts von außen beobachten, könnten wirklich kleine
grüne Männchen herauskommen. Mit blauer Innenbeleuchtung und etwas
Diskonebel kommt unser Mog dann noch in die Zeitung. Wird Zeit, dass Fenster
reinkommen.
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Die Ufotür ist fertig. Innen habe ich eine 50mm Styrodurplatte mit Körapurkleber eingeklebt. Das Zeug ist speziell für die Anfertigung von Schaum-Metall Verbundelementen. Es stinkt nicht, ist zweikomponentig, dauerelastisch und lässt sich hervorragend verarbeiten. Ulli und ich waren uns schnell einig, dass die Verkleidung der Isolierung im ganzen Fahrzeug aus Holz sein wird. Mit Yachtlack gestrichen erhält man sogar die viel diskutierte Dampfsperre. Die Abdeckung des Schlosses bauten wir aus einer Kunststoffschüssel und lackierten diese mit Felgensilber. Nach fast 2 Monaten Bauzeit (Feierabend und Wochenende) ist das Winterprojekt 2006 abgeschlossen und funktioniert. Die Leiter wollte ich erst auch selber bauen. Schnell stellte ich aber fest, viel leichter und stabiler hätte ich das auch nicht hinbekommen. Ganz zu schweigen von den eloxierten Trittstufen. |
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Der Durchstieg zum Wohnkoffer braucht eine Abdichtung zur Fahrerkabine, die unbedingt flexibel sein muss. Wir haben uns für ein Dichtungsprofil entschieden, wie es genau für diesen Zweck hergestellt wird. Da der Zugang in dem schmalen Spalt zwischen Aufbau und Führerhaus begrenzt ist, wollte ich eine Lochabdichtung die von außen ohne das Abheben des Koffers montiert und ausgewechselt werden kann. Dazu baute ich noch einen Hilfsrahmen für die Aluprofile der Dichtungen. Der Durchstieg selbst ist dort, wo vorher das Fenster hinter dem Beifahrersitz war. Die Festeröffnung wurde etwas vergrößert und ein zusätzlicher Rahmen eingeschweißt. |
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Das Bild zeigt den fertigen Durchstieg. Auf den ersten Blick wirkt der etwas zu klein geraten. Dies geschah jedoch bewusst, da ich die Fahrerkabine nur so wenig wie möglich schwächen wollte. Außerdem ist der Wohnkoffer ein riesiger Schallkasten und dröhnt gewaltig während der Fahrt. Leise wird der Unimog auch mit einem kleinen Krabbelloch nicht aber wir wollten trotzdem alles mögliche dafür tun. Letztendlich musste ich auch immer an einen Satz aus Lothar Günther Buchheims Roman "Das Boot" denken: "Je öfter man durch ein Druckschott klettert, desto größer wird es. Wenn der Sitz entsprechend gedreht ist schlüpft man wirklich mit jedem Mal schneller durch und stolpert auch nicht über die Schalthebel. Der Durchstieg war das erste Loch im Kasten und ich konnte es aus Platzgründen nicht vollständig mit der Stichsäge ausschneiden. 70cm durch 2mm starkes Duraluminium mit einem Bügelsägeblatt von Hand zu sägen ist kein Spaß. Beim Aussägen der Löcher für die Fenster, was zum Glück wieder mit Stichsäge ging, musste Ulli das Sägeblatt stetig kühlen. Andernfalls verbrannte das Blatt immer binnen Sekunden (Säge abgeregelt). |
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Der Rohbau des Koffers ist jetzt fertig. Ulli und ich mussten ihn gleich ausprobieren und haben zum Spaß Isomatten und Kissen eingepackt und sind in den Spessart gefahren um die erste Nacht im Unimog zu verbringen. Noch ist alles sehr geräumig und man hat richtig Platz. Ich denke das wird sich ändern, sobald die Isolierung und die Inneneinrichtung eingebaut sind. |
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So, die Sommerpause in der Scheune ist vorbei und es geht munter weiter. Die ganzen Kleinigkeiten halten mehr auf als ich dachte. Zum Beispiel die Befestigung der Staukästen. Die Teile haben den kalten Krieg ganz gut überstanden und brauchen nur eine lokale Rostbehandlung. Kartoffelchips rausflexen, Blech draufbrutzeln, Umwandler dazwischen und alles dick mit Hammerite gestrichen. Wird gar nicht so übel und oberflächentechnisch auch akzeptabel, da die Kameraden sowieso den Rest ihres Daseins unter dem Fahrzeug fristen werden. Die kleinen Kästen am Heck wurden für zu klein und nutzlos befunden und im Schrott entsorgt. |
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Früher waren die Staukästen mit großen Schrauben durch die 20mm Siebdruckplatte der Pritsche befestigt. Die gibt es ja nun nicht mehr und meiner 2 X 9mm Siebdruck-Sandwichkonstruktion traute ich die Belastung nicht zu. Zumindest nicht dynamisch auf einer richtigen isländischen Waschrettpiste. Zudem sollte man Bohrungen durch einen (noch) dichten Unterboden vermeiden. Also Stahlgestelle schweißen, die die Kräfte in den Rahmen der Pritsche einleiten. So ist auch der Koffer einfacher abzunehmen, weil der Kleinkram dran bleibt. Verzinken ist vielleicht nicht notwendig, war aber mit 10€ für alle Teile günstiger als der Anstrich mit Grundierung und Farbe. |
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Innen geht es auch voran. Bei Ebay wurde ein weiteres Fenster ersteigert und durch die Decke kommt jetzt mehr Licht rein. Bei der Dachluke handelt es sich um eine Decksluke aus dem Yachtbedarf. Das Teil ist viel hochwertiger als die Seitzfenster und draufgestanden habe ich auch schon. Das Bearbeiten des Dachs mit der Stichsäge war eine richtige Wohltat. Ulli musste nicht mehr das Sägeblatt kühlen und im Vergleich ging es richtig fix. Man merkt deutlich den Unterschied zwischen ALMgSi1 und Weichriffel-Gammelschmieralu. Leider gibt es das Riffelblech nur in diesem Material. Auf dem Bild sieht man ebenfalls die Isolierung. Es handelt sich um 50mm Wallmate PU-Isolierschaum. So hoffe ich einige Kältebrücken noch loszuwerden. Immerhin ist die Isolierung auch an den Stellen mit den 40mm Stahlträgern noch 10mm dick. Die Ecken lassen sich wunderbar mit PU-Bauschaum ausschäumen. Das Gestückel mit den Platten nervt etwas. Auf der Holzbandsäge werden die Schnitte trotzdem gerade. Ulli und ich sind immer ganz blau von dem Sägestaub, den die Teile hinterlassen. Außerdem sieht man anhand der Platten ob der Aufbau des Ullimogs richtig gerade ist oder nicht. |
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Zum Ankleben gibt es nur eins: Körapur 666. Die Pampe ist nicht nur "The number of the beast" (Wir waren beide in den 80ern jung) sondern die Nummer eins für solche Klebearbeiten. Wir verschaffen an einem guten Tag 8 kg. Dummerweise müssen wir an jeder Platte noch ein wenig Riffelstruktur runterschleifen, da sonst der Verbrauch noch weiter in die Höhe gehen würde. Die Initialhaftung ist auch nicht so toll aber wenn der Schmodder erstmal fest ist, dann bekommt man ihn nicht mehr runter. Die Aluminiumtafeln rauen wir dazu etwas auf. Das ist zwar im Flugzeugbau streng verboten, in diesem Fall aber notwendig und akzeptabel. |
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Das Internet ist voll mit toller Freeware
und durch einen Link im Unimogforum bin ich auf ein Programm gestoßen, das
endlich alles das kann, was wir zu unserer Planung brauchen. Ich habe keine
CAD-Erfahrung und konnte binnen weniger Minuten rumzeichnen. Das
machte einen solchen Spaß, dass ich nicht aufhören konnte bis alles fertig
war. Somit steht dem virtuellen Rundgang durch unseren zukünftigen Mog
nichts mehr im Weg.
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Aber am Computer ist alles schnell geplant und gezeichnet. Die Wirklichkeit sieht anders aus. Man stößt immer auf mehr Hindernisse als die EDV-Planung vermuten lässt. So habe ich zum Beispiel die ganze Kleberei richtig unterschätzt. Da man eine vernünftige Klebung nur mit dem Zahnspachtel hinbekommt ist der Verbrauch an Körapur scheinbar endlos. Insgesamt sind wir jetzt bei 20kg Klebemasse (Leichtbau ade...). Das Bild zeigt mich beim Aufbringen des Klebstoffes auf die Pappelsperrholzverkleidung. Die Oberflächen der Isolierstoffplatten sind ungeschliffen zu uneben und müssen komplett nachgearbeitet werden. Die ausgeschäumten Zwischenräume sind zahllos und zuweilen gibt sich der Pu-Montageschaum widerspenstig. |
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Zudem ist die Initialhaftung des Klebers nicht so toll und wenn die Platte aufgrund einer natürlichen Verformung, den kein Holz ist wirklich gerade, nicht genau passt, dann helfen nur Stützen, Keile und Gewichte. Wenn das Körapur aber mal hart ist (so nach 12 Stunden) dann hält es aber wie die Wucht. Man merkt deutlich den Grad der Abbindung, wenn man auf die Verbundfläche drückt. Bei hartem Kleber ist der Verbund bocksteif und gibt keinen Millimeter mehr nach. Auch der Klang der Sandwichplatte ist dann ganz anders. Aus lauter Übermut trampelte ich feste auf dem Dach herum. |
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Der Blick aus dem vorerst ausgebauten Fenster. Die offenen Stellen der Isolierstoffplatten müssen noch versiegelt werden. Die erste Wahl ist da immer Unterbodenschutz aber die Lösungsmittel vertragen sich nicht mit dem Polyurethan. Also haben wir im Baumarkt Silikonstreichkunststoff gefunden. Der ist angeblich 100% wasserdicht. Zumindest sieht es so aus wie Unterbodenschutz. Das Bild zeigt den unbehandelten Zwischenraum. Später war dann kein blau mehr zu sehen. |
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Das soll mal das Bett werden. Beim Anpassen der genau zugeschnittenen Platten stellt man fest, dass die Kabine doch nicht auf den Millimeter genau stimmt. Die Toleranz ist zwar klein, jedoch bemerkbar. Ich hatte gehofft, ohne Boden und Deckenleisten auszukommen. Aber selbst nach der eingehenden Nachbearbeitung passt der ganz Kram nur mit sichtbarem Spalt. Also müssen wir Wohl oder Übel die Schlitze ausspachteln. Glücklicherweise hat das Körapur exakt den Farbton von Pappelsperrholz. Ganz nebenbei habe ich mir lange überlegt ob Pappelgammel qualitativ ausreicht, da es durchaus hochwertigere Multiplexhölzer gibt. Das Gewicht hat jedoch letztendlich überzeugt. Alles andere ist viel zu schwer bei unserer Bauweise. |
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Es wird wohnlich im Ullimog. Dummerweise
biegt sich das Dach aufgrund seines Eigengewichtes in der Mitte um 1cm durch.
Wenn die Sperrholzplatte dann mal dran ist, bleibt die Pfütze auf dem Dach.
Das ist zwar nicht weiter schlimm, stört aber beim Bremsen vor der Ampel.
Also haben wir während des Klebevorgangs eine Stütze in die Dachmitte
gekeilt und das Dach um 5mm nach außen gewölbt. Nach dem Aushärten passt
jetzt alles perfekt. Wer genau guckt, erkennt schon die drei Lampen, die mal
das Bett beleuchten sollen. Vor jeder Deckenverklebung muss nämlich die
ganze Elektrik schon vorgesehen werden. Schlitze klopfen ist in PU-Schaum
zum Glück einfach. Als Leuchtmittel kommen natürlich nur LEDs in Frage. Die
Teile aus dem Wohnmobilzubehör sind leider unverschämt teuer. Also haben wir
genau im Baumarkt geschaut. Dort gibt es einige Systeme mit 12V Betrieb
obwohl die meisten LED-Lampen direkt 230V haben möchten. Also hat sich das
Suchen doch gelohnt und der Umbau der Kabelbäume ist schnell gemacht. Sieht
alles aus wie auf einer richtigen Baustelle: Dreckiger Boden, viel Staub,
Scheinwerferbeleuchtung, frieren, aus jedem Loch hängt ein Kabel. Da fehlt
nur das Bier und die Bildzeitung.
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Das ist leider vorerst das beste Bild, dass es bisher von der fertigen Wandverkleidung gibt. Da ist ja beinahe die CAD-Zeichnung von oben besser. Ich hatte aber nur die Videokamera dabei und mehr Weitwinkel geht da nicht. Um den Zwischenraum der Dachluke dicht zu machen tat es ein einfacher Umleimer für Küchenarbeitsplatten. Die zum Glück kleinen Fugen sind auf dem Bild schon mit Holzfugenmasse verschlossen. Ich wollte erst Körapur dafür nehmen, aber mit der Fugenmasse aus der Kartusche geht das viel einfacher und sauberer. Der Baustellencharakter ist ganz verschwunden. Jetzt sieht es aus wie nach dem Tapezieren und vor dem Einzug. |
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Die Inneneinrichtung nimmt Formen an. Wir wollten ja beide ein richtiges, echtes Bett mit Lattenrost, echter schwerer Hausmatratze und separatem Abteil. Das resultiert in der nun entstehenden Raumaufteilung. Das große Loch oben ist der Einstieg in die Schlafkoje. So kann man vom Regen hereinkommen, den Rucksack runter nehmen, sich auf die Bettkante hocken, die Wanderstiefel ausziehen und gleich schlafen gehen. Aber wie wollen wir liegen? Wir diskutierten eine ganze Weile wegen der Ausrichtung des Kopfendes. Irgendwie hatte ich mich darauf verbissen, das Kopfende in die Fahrzeugmitte zu legen. Ulli war da nicht einverstanden und wir stritten jedes Mal über den Zeichnungen. Als der Tag kam, an dem der Lattenrost rein musste, gab ich schließlich nach und schraubte alles zu. Als ich mich dann auf das Bett legte, leuchtete mir ein, dass Ulli recht hatte. So kann man durch das ganze Fahrzeug schauen und liegt mit dem Kopf in der ruhigen Ecke. Das Fenster passt besser und selbst das Ein- und Aussteigen ist irgendwie einfacher. Ob wohl der Klügere immer nach gibt? |
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Ja was ist denn das? Braucht man das? Hast Du zu viel Zeit und hätte man das nicht einfacher haben können? Das ist ein Periskop, das braucht man nicht und ich habe höchstens zu viele Ideen und ferngesteuerte Webcams auf dem Dach mit Laptop sind irgendwie uncool. Jedenfalls kommt so etwas nach zwei Wochen Feierabendbastelei heraus. Eigentlich habe ich nur die Führung, die Aufnahme, den Fahrmechanismus und den Einbau ins Fahrzeug selber gemacht. Die Optik stammt aus einem Kampfpanzer Jaguar und ist schon lange ausgemustert. Ich kaufe öfters bei Ebay alten Militärschrott und der Brocken ist eben aus meiner Sammlung. Mich freut es dann immer wenn ich für 50 Euro Kram ersteigert habe, für den der Steuerzahler 1976 noch 50000 Mark bezahlen musste. Das Gerät verfügt über einen Entfernungsmesser und über eine Kurbel für den Blick in jede Richtung. Da in Panzern Gewicht eine untergeordnete Rolle spielt, ist es ziemlich schwer. Gewogen hab ich es nicht, aber in Sachen Leichtbau hat es eher vernichtendes Potenzial. Nebenan im Schlafzimmer härtet gerade der Montagekleber aus, mit dem ich die Leuchten an der Decke befestigt habe. Die senkrechte Leiste drückt die Lichter an die Decke. |
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Dieses Bild zeigt den ausgefahrenen
Zustand des Periskopes. Die obere Optik befindet sich jetzt etwa 20cm über
dem Ullimogdach. Aufgrund des kleinen Sehwinkels wird das Bild in keinem
Fall mehr durch die Kofferkanten gestört. Der Schlitten, in dem das Periskop
befestigt ist, läuft in Aluminiumschienen. Zufällig habe ich die passenden
Profile gefunden die genau zueinander passten. Mit viel Molykotefett zur
Schmierung bewegt er sich wie das Sehrohr in einem U-boot. Die Gasfeder
hilft beim Ausfahren und drückt mit etwas Kraftüberschuss das Teil nach
oben. Also muss der Hebel, der in der unteren Position verkniet, das Ding
nur wieder einfahren. Der wichtigste Auslegungsparameter waren wieder
mal die "Ulli-Newton". Macht richtig Spaß die ahnungslosen Leute zu beobachten, die auf der Strasse vorbeilaufen. Zum Spannen habe ich den Aufwand jedoch nicht getrieben. Dazu habe ich keine Lust. Ich stelle mit die Anwendung eher folgendermaßen vor: In Island bei Sauwetter aufwachen. Kurz einen Rundblick machen, feststellen dass es überall regnet und wieder ins Bett kriechen ohne jemals die Tür geöffnet zu haben. |
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Und wieder werden Perlen vor die Säue geschmissen. Das Tischgestell hätte ich auch aus T-förmig geschweißten Stahlquadratrohren machen können. Ich will aber keinen Stahl im Innenraum (hat mehr gestalterische Gründe) und außerdem muss ich das zusätzliche Gewicht des Periskops durch übertriebenen Leichtbau in anderen Bereichen wieder reinholen. Keine Ahnung was er nun wiegt oder wie hoch die Gewichtsersparnis im Vergleich zu einer Stahlkonstruktion ausgefallen ist. Jedenfalls reicht es nicht für das Periskop und ist vermutlich mit der Pfütze vergleichbar, die sich bei Regen immer im Reserverad bildet. Ach ja, schön geworden ist er natürlich. |
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Und weil wir es uns dank
LKW-Überkapazität gewichtsmäßig leisten können, bekommt unser Tisch auch
eine schöne 20mm Multiplexplatte in Buche. Ich glaube die wiegt mehrere
Kilo. Nebenan entsteht aus 3mm Duralwinkeln das Gas-Wasser-Sch.....-Versorgungsmodul. Um den Leichtbauansprüchen gerecht zu werden, ist der Kofferboden immer als tragende Struktur betrachtet. Trotz der eingehenden CAD-Planung war die Anordnung etwas ungünstig und eng geraten. Da musste der Tisch dann noch etwas weichen, um Platz zu schaffen. Übrig bleibt also nur ein kleiner, gemütlicher "Bistro-Tisch". Unten rechts ist die Batterie-Halterung zu sehen.
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Im hinteren linken Eck haben wir einen
Spalt lassen müssen. So kommt man noch an die Befestigungsschraube für den
Koffer und bei dieser Gelegenheit ist auch ein guter Platz für den Kamin und
die Frischluft der Heizung entstanden. Der Rahmen ist auf die Größe des
vorgesehenen Frischwassertanks abgestimmt und soll sämtliche nötigen
technischen Einrichtungen wie Elektrik, Wasser- und Gasversorgung mit allen
Verbrauchern enthalten.
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Das ganze muss zunftgerecht mit Flugzeugnieten zusammengenagelt werden. Selbstverständlich mit angemessener Krafteinleitung und Knotenblechen. Manche Luftfrachtcontainer haben auch solche Ecken. Schade, dass die Kanten später mal hinter der Verkleidung verschwinden werden. |
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Der Frischwassertank fasst 120l und ist wegen des Schwerpunktes flach und am Boden liegend und vorne angebracht. Die zwei 115Ah Calcium-Nassbatterien sollen mal die Energie für den Koffer liefern. Es wird sich zeigen ob wir die Kapazitäten der Versorgungseinheit richtig geplant haben. Dazu kommt noch eine 11kg Gasflasche. Mal schauen was zuerst leer wird. Noch kann man durch das Kaminloch schön rausschauen. |
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Irgendwie sieht das aus wie eine Life-Support-Unit aus einer Apollo-Kapsel. Auf dem ersten Hilfsrahmen ist die Therme angebracht. Es handelt sich um eine Truma C4002, die mit einem Heißluftgebläse den Innenraum heizt und gleichzeitig 12l warmes Wasser liefern kann. Ich habe so etwas noch nie vorher gesehen und bin einigermaßen begeistert von dem Ding. Da ist eine komplette elektronische Regelung dabei und ein Frostschutzventil, dass unter 4°Celsius den Boiler entleert. Sinnigerweise ist der Kessel über dem Frischwassertank angeordnet und das Wasser kann zurück in den Tank laufen. Der Gasbrenner befindet sich unten und ich hatte einige Bedenken wegen dem geringen Abstand zu dem PVC-Tank. Also kommt noch ein Hitzeschild (Also doch Apollo?) aus Aluminium dazwischen, an das auch die Druckwasserpumpe von unten angeschraubt wird. |
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Endlich ist die Elektrik dran. Aus dem Flugzeugprojekt kann ich meine ganzen Werkzeuge und die ganze Kabeltechnik verwenden. Alle elektrischen Leitungen sind nach Luftfahrtstandard PTFE isoliert. Die Stecker sind ordentlich verpresst und gammelige Quetschverbinder sucht man vergebens. So was muss ich auch loswerden, da jede der Presszangen einen Haufen Geld gekostet hat und sich für die wenigen Basteleien nicht wirklich rentieren. Jedenfalls ist auf dem Bild der Hauptschalter zu sehen, der die Batterie vom Netz trennt. Darunter befindet sich das Batterieladegerät, welches aus 24V die 13,8V Ladespannung der zwei parallel geschalteten Versorgungsbatterien generiert. Als Fahrzeugelektroniker habe ich mir noch eine kleine Schaltung ausgedacht, die den Lader aktiviert, wenn die Lichtmaschine Strom liefert und die Starterbatterie "voll" ist. |
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Für die Kofferversorgung gibt es am Unimog bereits eine Buchse für einen Natostecker. Also ist im Fahrzeugkabelbaum schon alles vorhanden. In den Wartungshandbüchern gibt es, wie sich das gehört, einen passenden Stromlaufplan. Demnach handelt es sich um einen Bordspannungsanschluss, der mit Trennrelais und Sicherung versehen ist. Das ist genau was wir brauchen und deshalb wird der auch verwendet. Eine kleine Bewegungsschlaufe sollte die Bewegungen des Koffers abkönnen. Dank der oben erwähnten Schaltung muss auch keine Leitung für die D+ Klemme der Lichtmaschine eingezogen werden. |
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Die Installation ist fertig. Alles funktioniert soweit und auch die Gasleitung liegt. Die Gasleitung aus Stahl lässt sich nur mit einer Biegemaschine ordentlich in Form bringen. Das klappt aber erstaunlich gut und ist einfacher als die weichen Aluleitungen aus dem Flugzeugbau. Wie die Schneidringe allerdings gasdicht werden ist mir ein Rätsel. Überraschenderweise ging das auf Anhieb. Später verschwindet das alles hinter einer Aluverkleidung. |
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Der Hebel für die Tür ist verkleidet. Das war eine irre Fummelei und ich würde das das nächste Mal anders machen. Immerhin funzt der Klapperatismus jetzt und die Sache ist erledigt. Die Islandpremiere steht nämlich bevor und eigentlich ist keine Zeit für solche Spielereien. |
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Der Blick nach hinten. Dummerweise kann
man an die dünnen Sandwichwände nichts anschrauben. Wir müssen uns also noch
Lösungen für die geplanten Staufächer und Kleiderhaken ausdenken. Ein unangenehme Eigenschaft der Alu-Stahl-Bauweise des Koffers macht sich bemerkbar. Wenn die Sonne außen draufknallt, wölben sich die Verbundflächen aufgrund der unterschiedlichen Wärmedehnung von Stahl und Alu. Dabei entstehen Spalten von mehreren Millimetern zwischen Sandwichwand und Einrichtung. Glücklicherweise habe ich die Inneneinrichtung nicht mit den Wänden verbunden. Alle Einrichtungsteile sind nämlich nur an den Siebdruckboden geschraubt und können sich für die Wärmeausdehnung bewegen. Eine kleine Bemerkung noch am Rande: Auch jedes GFK-Sandwich oder Alu-Sandwich wölbt sich durch die Gegend, solange die Außen- und Innenlage unterschiedliche Temperaturen haben. Oft fällt das jedoch keinem auf, weil man es nur schwer sieht oder die Inneneinrichtung alles zusammenhält. Wer das nicht glaubt, der lege mal einen langen Richtscheit an einen Wohnwagen, der in der Sonne steht. |
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Und weiter geht es mit der
Verkleidung des Versorgungsmoduls. Alubleche schneiden, kanten, bohren,
biegen und entgraten. Die Oberfläche werde ich nicht polieren. Alu sieht ein
wenig angeranzt richtig gut aus und schließlich ist eines sicher: Beim
Gebrauch kommen wahrscheinlich mehr Kratzer rein als raus. Bis der ganze
Mist richtig passt ist zigmal hinaus tragen und rein tragen angesagt. Die
Lust schwindet und wird durch Durchhaltevermögen ersetzt. Unter Zeitdruck
die Einrichtung noch hinzukriegen macht nicht so viel Spaß. Aber was soll
man machen wenn man das Schiff nach Island schon tuten hört.
Glücklicherweise passen die Edelstahlschrauben genau in die trichterförmigen Einzüge, die ich mit dem Presswerkzeug aus dem Flugzeugbau mache. Das Bild zeigt mich beim temporären Befestigen des Küchenschrankes mit Heftnadeln. Türen bekommt die Küche nicht, weil ich keine Klappen in den engen Raum stehen haben will und keine Zeit mehr habe Schlösser zu bauen. Und kaufen ist nicht, denn die Plastikteile aus dem Wohnmobilbedarf sind etwas windig und brechen ab. Ich glaube nach unserem letzten Islandtrip war nach 2 Monaten nur noch ein Schnappschloss intakt (das vor dem Schrank mit dem Lebertran..). Die zehn übrigen der Westfalia-Einrichtung hatte es zerlegt. |
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Da wird dann alles angeschraubt. Das Anbringen der Einnietmuttern ist zeitintensiv ohne Ende. Die Zwölf-Stundenschichten purzeln nur so dahin. Ich nenne das Zwölfstundenschicht, denn vor Mitternacht komme ich nie aus der Werkstatt raus. Zum Glück hat der Mog sein eigenes Licht mit LED-Leuchten, die alle zusammen nur knapp 1 Ampere brauchen. Da darf man sogar das Licht brennen lassen. Das Bild zeigt unseren Zweiflammenherd mit dem Gasanschluss. Vorne rechts im Bild ist der Pumpenhauptschalter zu sehen, der die Druckwasserpumpe deaktiviert. Der Testbetrieb hat allerdings gezeigt, das so ein gesonderter Schalter, der überall empfohlen wird, jedoch nicht unbedingt nötig ist. Die Pumpe springt bei Druckverlust durch das Öffnen des Wasserhahns automatisch an und schaltet nach schließen wieder ab. Den Druck hält das System tagelang. |
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Installationsarbeiten an der Gas- und Wasseranlage. Die Gasflasche muss sich ja in einem separaten Behälter oder Schrank befinden. Ein 1mm Blech trennt den Küchenschrank in Staufach und Flaschenfach. Im Verbund ist die Möbelbauweise in Alu gar nicht so schlecht. Der Bau ist zwar irre zeitintensiv, wird dafür im Vergleich zu Multiplexholz sehr leicht. Ich habe die Sache mal überschlägig berechnet und herausgefunden, dass ich so über 35kg gespart habe. Das gilt nur für die Küchenecke. Rechts guckt nur der Hauptschalter aus der Wartungsklappe heraus. So hatte ich mir das gedacht. Die Abteilung der Staufächer habe ich dann doch in Multiplex gebaut. Das ging in dem Fall schneller und ich hatte das Material sowieso übrig. So langsam geht auch das viele Material ins Geld und wieder Alu bestellen ist zeitlich nicht mehr drin. Tschüss Leichtbau........ |
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So, Küche fertig und alles geht. Wasser rein und ab geht es. Als ich das probierte spritzte die Brühe in alle Richtungen und eine große Pfütze bildete sich mitten in dem neuen Wohnzimmer. ....Wassereinbruch Mittschiffs bei Kombüse. ......Ich Fastnachtsfürst hatte ein Fitting unter der Mischbatterie nicht richtig angezogen und somit alles eingesaut. Also das Blech mit seinen tausend Schrauben wieder runternudeln (wie habe ich nur die vielen Einnietmuttern da eingenietet?) und den Wassereinbruch gestoppt. Das Holz der Einrichtung, der Wände und der Arbeitsplatte ist mit dem Hydro-Acryl-Ultralack bestens geschützt. Das Zeug ist teuer aber gut, wie so oft. Die Küche hat im Bereich der Spüle noch eine Alu-Wandverkleidung bekommen. Ich hoffe das Plastikfenster ist von den Kocherflammen weit genug weg. Die Fuge zwischen Arbeitsplatte und Wand schließt eine normale Dichtleiste aus dem Baumarkt. Bei den zwei runden Düsen unten handelt es sich um den Heißluftaustritt der Heizung, die nebenbei richtig Dampf hat. Ich glaube im Notfall bekommen wir auch Saunatemperaturen hin. Die Holzverkleidung liefert die Atmosphäre und die kalte Dusche ist auch vorhanden. Ob da die 11kg Gas ausreichen? |
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Die Spüle-Kocher-Kombination aus einer anderen Perspektive. Die Bohrung im Eck des Edelstahlbeckens hat nicht gepasst. Alle Wasserhähne oder Mischer mit Duschschlauch aus dem Wohnmobilbedarf passen nicht in die Küchenkombinationen. Edelstahl lässt sich besch... bohren und nur schlecht schneiden. Zum Glück geht feilen ganz gut und so wurde das Loch auf die erforderliche Größe aufgeschranzt. Ich möchte damit nur auf die unzähligen kleinen Zeitfresser aufmerksam machen, die besonders beim Endspurt richtig nerven. Davon gibt es immer genug und auch die genaueste CAD-Planung gibt nicht alles auf Anhieb her. Das einzige was hilft ist eine gesunde Kompromissbereitschaft, die komischerweise gegen Bauende anders ausfällt als zu Baubeginn. |
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Der Batteriecomputer sollte von der Sitzecke aus einsehbar sein und auch der Beifahrer muss in der Lage sein mal den Ladestrom abzulesen. Der Frischwassereinfüllstutzen ist so angebracht, dass man ohne in den Wohnaufbau klettern zu müssen Wasser bunkern kann. Dazwischen war noch Platz für die Heizungssteuerung. Jetzt muss nur noch eine Möglichkeit her den Durchgang abzudichten. Da ist mir noch nichts vernünftiges eingefallen und momentan denke ich in Richtung PP-Schaum oder ähnliches. Vielleicht geht auch was aus Holz oder Alu. Mal sehen ob ich noch vor dem großen Urlaub morgens aufwache und die Lösung habe. |
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Ulli wollte unbedingt ein Stativ für ihre geplanten Wasserfall-Langbelichtungs-Aufnahmen. Das haben wir dann zusammen ausgesucht und ich bekam kurz darauf die Aufgabe einen Befestigungsmechanismus zu bauen, mit dem Frau das Teil einfach und möglichst von außen verstauen kann. Die Schräge bot sich an, da man da weder stehen kann, noch vernünftig einen Schrank hinbekommt. |
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Das Bett sieht schon richtig gemütlich
aus. Wir haben extra Bettwäsche gekauft aber als Matratze musste das
versiffte Ekelteil herhalten auf dem sonst immer die Gäste geschlafen haben.........Das ist natürlich nur Spaß und ich kann versichern, dass bei uns noch kein
Gast an Hepatitis erkrankt ist und auch sonst alles nach Bergfrühling
duftet....;-)
Durch das Fenster verläuft eine ehemals unsichtbare Stosskante der aufgeklebten Pappelsperrholzplatten. In dem trockenen und heißen April 2007 stand das Auto immer in der Sonne und die Luftfeuchtigkeit im inneren war zu niedrig. Ein weiterer Nachteil von Holz ist eben die Längendehnung mit der Feuchte. Zum Glück ist der Spalt nach der letzten Regenwoche wieder etwas zusammengegangen. |
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Die Sitzecke ist dann doch ein wenig einladender geworden als ich befürchtet hatte. Leider finden hier bequem nur zwei oder drei Personen Platz. Die Sitzbänke bestehen aus Alu und fungieren natürlich und wie sich das gehört als Staufach, bzw. Batteriefach. Leider fand ich auch hier keine vernünftigen Schnappschlösser. Die einzigen, die ich für tauglich hielt kosteten €55,- das Stück. Also kann ich mich auch mal einen Tag in die Werkstatt stellen und die Teile selber bauen. Das hält leider im Endspurt etwas auf und kostet Nerven. Dafür wird man aber durch ein sauberes "klack" entschädigt. |
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Die letzte große Baustelle, der Abwassertank. Ulli und ich diskutierten öfters über die benötigte Größe. In der passenden Form für die Montage unter dem Rahmen am Heck kamen nur zwei in Frage. Entweder 40l oder 80l. Eigentlich reicht der kleine dachte ich, da nur das Spülwasser rein läuft. Ulli wollte aber unbedingt 80l und schließlich passte der ja auch und schränkte weder die Bodenfreiheit noch den hinteren Böschungswinkel ein. Die Halterahmen baute ich aus Flachstahl, der hinterher verzinkt wurde. Eine kleine Dummheit ist mir noch bei der Positionierung des Ablasshahns passiert. Dieser hängt zwar noch etwas höher als das Differentialgehäuse, ist aber seitlich versetzt und in seiner Flucht wiederum tiefer als das Achsrohr. Also wenn mir ein Felsbrocken das Ding abreißt, stelle ich mir vor was aus dem VW-Bus in dieser Höhe rausgerissen wäre. |
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Die Lösung für den verschließbaren Durchgang ist uns vor unserer Islandtour 2007 leider nicht mehr eingefallen. Tatsächlich empfanden wir das Loch als störend. Da zog es immer kalt herein und Lust auf Nierengurte beim Mittagessen hatte keiner. Ein herausnehmbarer Deckel oder Schaumstopfen schied aus, da ich wenigstens ein kleines Einbruchhindernis schaffen wollte. Außerdem fliegt so ein Brocken dann ständig durch die Gegend, liegt rum oder wird vergessen oder verloren. Im Baumarkt eine Sperrholzplatte kaufen und mit zwei Schrankscharnieren und einem Vorhängeschloss an die Rückwand spaxen kommt auch nicht in Frage. Schließlich soll das Basteln Spaß machen und warum habe ich wohl das schöne Metallflugzeugbau-Werkzeug im Keller liegen. Zuerst baute ich einen Aluminiumrahmen, der das Loch einfasst und von innen als Blende erscheint. |
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Die Ecken schloss ich mit kleinen Knotenblechen. Ich finde das schöner und sauberer als eine verschliffene Schweißnaht. In Alu kommt das nie so schön hin, obwohl es sich bei dem Rahmen ausnahmsweise mal um ein weiches und gut schweißbares Material handelt. Wie im Flugzeugbau üblich verwendete ich als Scharnier ein Klavierband aus Dural, welches sich über die ganze Länge der Klappe erstreckt. Das macht die Notwendigkeit von Anschlagpunkten für Scharniere überflüssig und spart somit Gewicht. Das Bild zeigt die temporäre Montage mit Heftnadeln bei der Ausrichtung vor dem Vernieten. |
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Hier ist die Klappe schon eingebaut. Letztendlich handelt es sich um eine Aluminiumsandwichkonstruktion, wobei wenigstens der Deckel Kältebrückenfrei ausgeführt ist. Das liegt aber mehr an der einfachen und leichten Bauausführung. Die Dichtung macht ein umlaufendes Moosgummiband und ein Gummi auf der Stirnseite. Am unteren Ende befinden sich die Magnete, die den Deckel in der aufgeklappten Position halten sollen. Der kleine Alugriff zum Öffnen und Verriegeln steht derzeit noch ein wenig vor. Wir planen ein schmales Rückenkissen, welches mit Klettbändern befestigt wird. |
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So sieht das ganze dann aufgeklappt aus. Die Haltemagnete sind sehr kräftig und ich hoffe, dass auch wackelige schaukelige Geländefahrten nicht zum herabfallen der Tür führen. Diese hat nämlich ein Schnappschloss würde von selbst schließen. Dazu gibt es keine gewaltfreie Möglichkeit den Durchgang von der Fahrerhausseite zu öffnen. Dann bleibt nur der Gang um das Fahrzeug herum und der Einstieg über die Tür. Das wollten wir aber so haben. |
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Die Hebelage hat eigentlich nie richtig so funktioniert, wie ich mir das vorgestellt habe. Die war etwas windig und nicht schön konstruiert. Dazu hat sie eine Menge Platz weg genommen und gebraucht wurde sie selten. Also gehört die ganze Ecke im Mog richtig überarbeitet. Zuerst baute ich eine neue Aufnahme für die Gasfeder und den Dämpfer. Mit ausreichend Zeit und dem ständigen Zugang zu dem Ullimog vor dem Haus ließ sich der Kraftverlauf perfekt auf die Tür auslegen. Dabei ist die Arbeit, die so ein Teil über den ganzen Hub zu verrichten vermag, ebenso wichtig wie die Kraft. Die Auslegung hat schon eine Weile gedauert und auch die 1000N Feder ist nicht sehr handlich. Jetzt verkniet das Ganze aber so gut, dass die Tür mit zwei Fingern zu bewegen ist. Den Haupthebel verwendete ich gekürzt weiter. Das große Loch habe ich mit Styrodur beklebt und mit einem Blech das Sandwich wieder hergestellt. So entsteht eine Menge nutzbarer Raum, den wir brauchen werden. Ganze zwei Kilo Körapur hat der Spaß verschlungen. Den Abschluss macht eine Riffelblechtafel. |
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Im Hintergrund war die neue Staukiste ja schon auf dem Bild oben zu sehen. Die bekommt das gleiche Design mit den gekanteten Ecken. Außerdem wird sie auch so eine Art Schemel, den wir immer vermisst haben, wenn wir mit schweren Schuhen in den Ullimog kletterten. Auch eine Möglichkeit die Jacken aufzuhängen fehlt noch. Der Platz dafür ist nun geschaffen und das gute Flugzeugbau-Werkzeug verwende ich doch so gerne. Mit den Heftnadeln hält die Box schon mal zusammen. |
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Die Geschichte mit dem Push-Pull-Zug funktionierte zwar, war aber eigentlich unnötig. Bei geschlossener Tür kommt man nämlich auch so heran. Selbst das Verriegeln geht so viel besser. Das hat sich im Einsatz so herausgestellt. Herrlich diese schönen, kleinen feinmechanischen Spielereien, da kann einem echt das Herz auf gehen. Ja, ja Eigenlob stinkt..... |
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So wollte ich die Ecke eigentlich schon immer nutzen. Der Ullimog hat nun endlich keinen toten Winkel mehr. Unsere Wand ist sinnigerweise zu leicht verkleidet um einfach Möbel daran zu befestigen. Viele Kabinenbauer machen das anders und laden sich unnötigerweise Gewicht auf um hinterher ein wenig flexibel zu sein. Im Hausbau hat do auch nicht jede Wand Fundamentstärke, oder? In die Wand kommt eine Hartholzleiste, in die Stockschrauben zur Möbelbefestigung gedreht wurden. Die Leiste selbst ist mit kleinen Aluwinkeln an der Außenhaut befestigt. Alles wurde dichtend ausgeschäumt und mittels einer Alublende das Sandwich lokal wieder hergestellt. Im Bild ist dieser Haltepunkt allerdings nicht zu sehen, da er weiter oben die beiden senkrechten Profile mit der Wand verbindet. Es gibt zudem keine Kältebrücke und unser kleiner Hilfsrahmen verdeckt einerseits die Hebelage und bildet auf der anderen Seite die Möglichkeit große Kleiderhaken, ein Staufach oder sogar ein Kinderbettchen daran zu befestigen. Die Küchenzeile im Hintergrund erhielt ein weiteres Staufach, von denen man nie genug haben kann. Wir bevorzugen jeweils Fächer ohne Deckel oder Klappe, da so nichts scheppert, offen im Weg rum steht, den Inhalt unsichtbar macht, eine Hand zum Öffnen erfordert und einfach leichter baut. Lediglich bei den Sitzbänken möchte ich einen Verschluss haben. Da stört er nämlich gar nicht. |
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Die neue Sitzgelegenheit im ausgebauten Zustand von innen. Die Befestigung an der Küchenzeile erfolgt mittels Luftfahrt-Einnietmuttern und versenkten Edelstahlschrauben. Das Blech habe ich dazu eingezogen, da die Blechstärke einer gewöhnlichen Senkung nicht stand halten würde. Die Duralwinkel sind mit dem Alublech ebenfalls mit Senknieten verbunden und mit Knotenblechen versehen. Diese Basteleien machen mir immer besonderen Spaß. |
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Wieder suchte ich vergebens nach geeigneten Schnappverschlüssen. Leider gibt es da nichts auf dem Markt, was meinen Vorstellungen entspricht. Auch nach einiger Recherche im Netz bin ich nicht fündig geworden. Also bleibt nur das Teil selber bauen. Leider verschlingt das einen ganzen Tag, bis alles funktioniert. |
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So sieht nämlich jetzt der Schlafplatz
von unserer Kleinen aus. Wir können sie gut von unserem Bett aus sehen und sie
liegt genau auf unserer Höhe. Der Durchgang nach draußen ist zwar etwas eng
geworden, mit ein wenig Übung geht aber auch das. Auf diesem Bild ist auch
die Wandbefestigung gut zu sehen. Selbstverständlich besteht alles aus
hochfeinem Dural und ist nach Luftfahrtnorm vernietet. Das gebrauchte
Massivholzbettchen gab es günstig im Internet. Selber bauen loht hier nicht,
da die Teile ganz ordentlich sind. Den passenden Bezug in den Ullimog-Farben nähte uns, wie alle Ullimog Textilien, meine Schwiegermama.
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Nachdem der TÜV nun 5 Jahre ein Auge zu
gedrückt hat, bestanden die Beamten dieses Jahr auf die erforderliche
Prüfung der Gasinstallation. Der ganze Einbau entspricht zwar den Vorgaben
des 607-Arbeitsblattes, war aber bisher nicht abgenommen worden. Über Sinn
und Zweck dieser zusätzlichen Abnahme lässt sich streiten. Auch ob die
Angelegenheit überhaupt in den Zuständigkeitsbereich der Fahrzeugprüfung
fällt, ist umstritten. Dicht ist der ganze Kram, denn das Manometer zeigt
bei abgedrehter Flasche über Wochen Gasdruck an. Aber einem TÜV-ler
erklären, was er darf und was nicht ist keine gute Idee......und schließlich
wollen wir mit der Kleinen in dem Koffer schlafen. Fähren und Campingplätze
können theoretisch die Aufnahme verweigern, wenn die Gasanlage ungeprüft
ist. Mir ist allerdings kein Fall bekannt, wo davon Gebrauch gemacht wurde
und wir waren auch schon mehrfach mit dem ungeprüften Ullimog auf der
Norröna. Da gab es ein Gasaufkleber und fertig. Kurz und gut ich habe mich breitschlagen lassen und 30€ alle zwei Jahre gehen bei dem Hobby sowieso im Rauschen unter. In zwei Jahren gibt es für den Betrag womöglich gerade mal 10l Diesel und das reicht noch nicht zum Anlassen.......... Nach gut 2 Stunden Durchsicht stand die Prüfung der Dichtigkeit an und der Prüfer klemmte seine Einrichtung an die Anlage und drückte alles mit 150mbar ab. "Die Anlage ist nicht dicht" meinte er als sich der Zeiger langsam Richtung Null bewegte. Er fing an meine Schneidringverschraubungen mit Lecksuchspray einzusprühen. Als er kurz nicht schaute, nahm ich die Dose und nebelte seine Prüfeinrichtung ein und siehe da, sein eigenes Gerödel war undicht. Er schob verständlicherweise den Hals, rief beim Hersteller an und beschwerte sich umgehend und lautstark. Später stellte er aber die Bescheinigung aus und der Ullimog bekam die Plakette. Ich hatte auch den Eindruck, dass er sich mit Gasinstallationen gut auskannte und durchaus wusste woran er ist. Das Bild zeigt den Flaschenkasten mit Bodenentlüftung und mit flexibler Dichtung. Im Ullimog ist kein Möbel gleichzeitig mit dem Boden und der Wand verschraubt und daher ist das nicht ganz einfach. |